Nun sitzen wir also in Kairo. Ahlan wa Sahlan hören wir von allen Seiten, oder Wellcome to Egypt. Nach dem Stress des Auszugs aus unserem Münchner Häuschen und der Fahrt nach Kairo über Tunesien und Libyen in fünf Tagen sind wir etwas ausgelaugt. Die Erholung muss aber noch etwas warten, bis wir eine Wohnung gefunden haben. Petra hat heute ihren ersten Schultag und ich werde mittags mit einem Makler die ersten Wohnungen anschauen.
Nachfolgend werde ich in loser Folge von unseren Erlebnissen, Eindrücken und Erfahrungen berichten.
".... und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft, zu leben."
(Hermann Hesse)
Heute verbringen wir die sechste Nacht auf dem Parkplatz der DEO ( Deutsche Evangelische Oberschule Kairo ). Das wäre an sich ein schöner Platz, wenn das Klima nicht wäre. Wir haben tagsüber eine Temperatur von etwa 37 - 39°C und es kühlt über Nacht auf 31°C ab. Das Ganze bei ca. 70% Luftfeuchte. Wir liegen jede Nacht im eigenen Saft und schlafen sehr schlecht. Durch die hohe Mauer um das Gelände und die dichten Bäume regt sich hier auch kein Lüftlein. Ich gebe zu, gerade von einem klimatisierten Schlafraum zu träumen.
Die letzten zwei Tage trudelten alle Lehrer ein, da am 31. August die Schule beginnt. Die haben uns mehrheitlich sehr freundlich begrüßt und willkommen geheißen. Natürlich spricht sich unser Camping auf dem Lehrerparkplatz schnell herum und wir sind schon wieder über die DEO hinaus bekannt wie bunte Hunde.
Das Kollegium besteht aus mehrheitlichen, sympathischen Zeitgenossen. Die Sympathiedichte ist schon ungewöhnlich hoch. Mal sehen, ob ich das in einem halben Jahr auch noch so sehe.
Die Lehrer teilen sich auf vom Wohnort in die Dokki- Fraktion und die Maadi- Fraktion. Dokki ist der Stadtteil, in dem auch die Schule liegt. Der Stadtteil Maadi liegt gute 15km südlich der Schule am Ostufer des Nils. Dort wohnen die meisten Europäer und Amerikaner mit Kindern.
Dann gibt es noch die Wüsten- Fraktion und die Normalurlauber. Die Wüstenfraktion ist erstaunlich groß und es werden wohl interessante Ausflüge in die diversen Wüsten zustande kommen
Wir haben uns nun schon etliche Wohnungen nördlich von Dokki und in Maadi angeschaut. Unsere Vorstellung von Euro 500,- für die Miete wird sich wohl nicht realisieren lassen. Das beste Angebot bis jetzt wird US $ 1000,- kosten.
Unsere Exkursionen haben wir bisher mit dem Taxi gemacht. Es gibt zwei Kategorien von Taxis: Die Gelben sind die neueren Modelle und relativ teuer. Die Schwarz/ Weißen sind die billigen Taxis, die stellenweise schon alt waren, als ich 1969 den Führerschein machte. Entsprechend desolat ist manchmal der technische Zustand, was die Taxidriver nicht daran hindert, bei ziemlich hoher Geschwindigkeit sich in die engste Lücke zu zwängen in Verbindung mit permanentem Gehupe. Allah u alam, nur Gott ist allwissend.