Montag, 21. Juni 2010 Der Auszug aus Ägypten.

 

Heute wurde es ernst. Der Auszug aus Ägypten kommt in die heiße Phase. Heiß im wahrsten Sinne des Wortes. Aber auch Moses hatte schon so seine Probleme damit. Um 10 Uhr rückten die Jungs von Promovers und packten gnadenlos alles ein, was Petra nicht ausdrücklich für den Unimog deklarierte. Promovers ist eine Firma, die sich auf die Verpackung und die Containerverschiffung des Hausstandes von Expatres spezialisiert hat. Nicht billig, die Jungs, aber wirklich professionell. Das ist selten in Kairo. Innerhalb zwei Tage war die Wohnung razzeputz leer.

Da ich noch bis Donnerstag arbeiten muss, blieb mir die Packerei erspart. Das macht bei 45°C und 60% Luftfeuchte auch keinen richtigen Spaß. Ich habe heute Nachmittag etwas Unimog gepackt und dabei geschwitzt wie ein Schwein. Aber das wichtigste, die Unimurr- T-Shirts sind bereits verpackt. Wir haben uns in Unkosten gestürzt und uns 130 T-Shirts aus feinster, ägyptischer, langfaseriger Baumwolle bedrucken lassen. Die Qualität ägyptischer Baumwolle ist wirklich bemerkenswert.

Ich habe immer noch große Sorge, ob der ungeheure Haufen Möbel und Kisten in den kleinen 20? Fuß- Container passen. Der Chef von Promovers ist aber zuversichtlich. Nun gilt es nur noch den Unimog zu packen. In unsere Dachkisten kommt alles, was wir gleich in Deutschland brauchen.

In der Panik packten die Leute von Promovers auch Anni?s Brille ein. So mussten wir noch hektisch eine neue Brille machen lassen. Das funktionierte mal ausnahmsweise reibungslos.

Viel Mühe kostete es uns, dem Chef von Promovers klar zu machen, dass der Container so spät wie möglich in Hamburg einlaufen soll, denn alle Lehrer wollen ihren Container immer so schnell wie möglich.

 

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Mittwoch, 23. Juni 2010 Fußballfieber.

 

heute Abend waren wir mit einem guten Freund Essen. In der Villa 55, einem empfehlenswerten Restaurant in der neunten Straße, gab es Fußball mit großer Leinwand. 3 Minuten vor dem Schlusspfiff viel wieder mal der Strom aus. Die Ägypter, alle pro Deutschland, machten ihrem Frust lautstark Luft und wedelten mit ihren deutschen Fahnen im Dunklen. Den ganzen Tag wurden an den Kreuzungen von den Straßenhändlern deutsche Fahnen in jeder Größe und Dimension verkauft. Da sind die Straßenhändler fix. So saßen wir beim Spielende buchstäblich im Finsteren. Immerhin, el hamdulillah, funktionierte die dritte Phase im Haus wieder. Die fiel heute Morgen aus mit der Folge, dass nur 2 Drittel der Steckdosen, die Klimaanlagen und der Aufzug nicht mehr funktionierten. Also den Hausrat über die Treppe vom 3. Stock zum Unimog schleppen. Ein hartes Training bei 42°C im Schatten.

Das Packen der Alu-Klappboxen in der Sonne ist auch keine reine Freude gewesen. Aber die sind nun randvoll und verzurrt. Hoffentlich schaffen wir es noch, das Schlafdach zu stemmen mit der zusätzlichen Dachlast. Der Unimog ist wieder bepackt wie ein arabischer Esel, vollgetankt und im Prinzip abfahrtbereit. Morgen abend werden unsere verkauften Matratzen abgeholt und damit ist die Wohnung vollständig leer.

 

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Donnerstag, 24. Juni 2010 Letzter Tag.

 

Heute ist mein letzter Arbeitstag. "School's out for ever". Die DEO in Kairo ist Geschichte. Morgen fahren wir los Richtung Nuweiba und bleiben noch zwei Tage am roten Meer, bevor wir nach Jordanien übersetzen.

Der Tag war geprägt durch die zahlreichen Abschiede. Es gibt doch eine ordentliche Anzahl Menschen, die uns in Kairo in den zwei Jahren ans Herz gewachsen sind. So gab es viele gute Wünsche und manche Abschiedsträne. Etwas wehmütig fuhren wir das letzte Mal unseren Heimweg von der Schule nach Maadi. Das war eher entspannt am letzten Tag. In den Sommermonaten Juni, Juli und August verschwindet jeder aus Kairo, der es sich leisten kann. Das ist natürlich die Mittel- und Oberschicht. Das ist vor Allem im Straßenverkehr zu spüren.

Der Nachmittag und der Abend waren geprägt durch die letzten Einpackarbeiten in der Wohnung und am Unimog. Der Vater wurde zum Schluss etwas hektisch, als er die Berge von Sachen sah, obwohl der Unimog eigentlich schon brechend voll war. Ich habe es dann doch irgendwie in die unergründlichen Tiefen des Unimog- Stauraums verschwinden lassen.

Es gibt das alte Sprichwort: Wer zu viel Nil-Wasser getrunken hat, kommt immer wieder. Das wird wohl stimmen. Wir planen schon wieder die nächste Tour in Ägypten zu Weihnachten. ;)

 

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Das Abenteuer Kairo ist vorbei

 

Das Abenteuer Kairo ist vorbei. Es war vor allem eine schnelle, spannende und stressige Zeit. In Kairo ist das Leben schnell und intensiv.

Nun versuchen wir die Heimfahrt so ruhig und gemütlich wie möglich zu gestalten um der Fahrt das Gefühl von Urlaub zu geben.

Am 20. Juli, inshallah, werden wir in München eintreffen. Da Petra noch keine Bescheide der diversen Kultusministerien zu ihrem Quereinstieg hat, ist unsere Zukunft in Deutschland noch völlig offen.

 

Allah's Wege sind unergründlich.